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Die Schiefervorkommen von Galizien (Spanien)

Geographisch befindet sich das Gebiet von El Caurel am Kontakt der Provinzen Lugo, Orense und León. Valdeorras liegt in der Provinz Ourense und ist mithin einer der wichtigsten Schieferregionen Spaniens. Bedeutendste Lokalitäten innerhalb der Schieferprovinz Valdeorras sind Casayo, Castañero, Mormeau, Rozadais, Los Molinos, Domiz, Vianzola, Penedo sowie San Vincente.
Die Region La Cabrera schließt sich mehr oder weniger südlich von Valdeorras an und umschließt das Gebiet um San Pedro de Trones, La Baña sowie Odollo.
In diesen drei Schieferregionen konzentrieren sich die meisten Schiefergruben, von denen der Hauptteil der spanischen Schieferproduktion stammt. Alle drei Provinzen erstrecken sich über die Westasturisch Leonesische Zone sowie Galizisch Kastilische Zone innerhalb des Iberischen Massivs, welches den westlichen Zweig der Herzyniden darstellt; in ihm wurden durch die Herzynische Orogenese paläozoische Gesteine deformiert.

 

Übersichtskarte mit den drei Schieferdisktrikten.

 

Dachschiefer werden in der mittelordovizische Formation "Pizarra de Luarca" abgebaut werden, welche im Gebiet um Alto Sil schwarze Schiefer eine relativ monotone Entwicklung und Mächtigkeiten zwischen 800-1.000 m zeigt. Regional erreicht die Formation "Pizarra de Luarca" eine Mächtigkeit von ungefähr 500 m und es sind Übergangszonen zur "Serie de Los Cabos" zu beobachten, die aus Schiefer mit sandigen oder quarzitischen Einschaltungen aufgebaut sind.
Im Gebiet um Truchas zeigt die "Luarca Formation" eine normale schiefrige Entwicklung, die nach ungefähr 100 m von einer vulkano-detrischen Folge unterbrochen wird und eine Mächtigkeit von 300 m erreichen kann. Im westlichen Teil der "Sinklinal de Truchas" beginnt die "Luarca Formation" mit einer 200 m mächtigen Serie von Schiefern mit sandigen Einschaltungen. Diese wird von bis zu 150 m mächtigen Schiefern abgelöst, in denen sporadisch Kalklinsen eingeschaltet sind. Darüber folgen 150 m massive und für den Abbau von Dachschiefer geeignet Schiefer, die von 50 m Schiefer überlagert werden. Letztere sind für die Verwendung als Dachschiefer unbrauchbar.

In der Region um Peñalba zeigt die "Luarca Formation" mit nicht mal 100 m eine enorme Reduktion ihrer Mächtigkeit. Lokal ist sie überhaupt nicht entwickelt. Die sedimentäre Entwicklung ähnelt der in den anderen beiden Gebieten. Abgelagert wurden die Schichten der "Luarca Formation" im Bereich zwischen intertidalen bis offenem Schelf, wobei Unterschiede in Mächtigkeiten und Fazies durch ein Extensionsregime am Kontinentalrand erklärt werden. Diese Unterschiede gelten für alle altpaläozischen Einheiten.

Die "Luarca Formation" wird von der "Agüeira Formation" überlagert, die im Gebiet um Alto Sil in Form einer annähernd 1.100 m mächtigen sandig-pelitischen Wechselfolge entwickelt ist und somit charakteristische turbiditische Sequenzen zeigt. Der übergang zwischen beiden Formationen ist graduell. Die übergangszone besteht aus Schiefern mit sandigen Einschaltungen, die insgesamt eine Mächtigkeit von ca. 650 m erreicht und daher eine ähnliche sedimentäre Entwicklung wie die "Luarca Formation" zeigt. Ihr folgt eine ca. 300 m mächtige Serie heller Sandsteinbänke.

Das Silur besteht aus einer Folge schwarzer Schiefer, die von einer Wechsellagerungen von Ampeliten, Liditen und Quarziten, die eine Mächtigkeit von ungefähr 600 m erreichen.
Sowohl die Formation "Agüeira" als auch "Pizarra de Luarca" stellen die wirtschaftlich wichtigsten Einheiten für den Abbau von Dachschiefer dar. Zusätzlich wird in einigen Gebieten Schiefer der "Rozadais Formation" abgebaut.

 

Tektonik und Strukturgeologie

Nach PEREZ-ESTAUN (1978) ist der geologische Bau durch das Auftreten gefalteter, stellenweise vom Känozoikum überlagerter, kambrischer bis silurischer Einheiten gekennzeichnet und gliedert sich in primär N-S streichende Synklinalen und Antiklinalen mit großregionalem Faltenbau sowie überschiebungen. Bestimmende Struktureinheiten ist die "Sinclinal del Truchas", welche im Norden durch das "Anticlinorio de la Sanabra" begrenzt wird. Als weitere Struktureinheiten sind die "Sinclinal de Peñalba" und das "Anticlinorio de Caurel-Teleno" zu nennen, die die westliche Fortsetzung der liegenden Falten von El Caurel bilden.

Bei eigenen Kartierungen im Gebiet um La Baña konnte ein liegender bis überkippter sowie verschuppter Faltenbau festgestellt werden. Die Falten sind generell nordost-vergent
Die Deformation führte zu eine durchgehenden und primär als Bruchschieferung ("disjunctive foliation") entwickelten Transversalschieferung S1, die stellenweise durch eine Fließschieferung ("continuous foliation") ersetzt wird.
Lokal wird sie von einer Crenulationfoliation S2 überprägt, die in ihrer Intensität von kaum wahrnehmbar bis zu einer ausgeprägten Runzelung variiert und daher in unterschiedlichem Maße die Biegefestigkeit der Dachschiefer beeinflußt. Bei der Runzelschieferung ist im mikroskopischen Bild sowohl eine asymmetrische als auch symmetrische Ausbildung zu beobachten.

 

Mineralogie

Beim Vergleich der mineralogischen Zusammensetzung der Schiefer innerhalb der "Agüeira"- und "Luarca" Formation kann man augenfällige Unterschiede zwischen den Regionen eststellen. So sind die Quarz-Gehalte bei den Schiefern der Region von La Cabrera mit einem Minimumwert von 23 % ziemlich gering.
Zwar wird dieser geringe Gehalt an Quarz durch den Feldspatanteil von 10 % kompensiert, dennoch zeigt die Abbildung deutlich, daß die Schiefer von La Cabrera einen höheren Anteil elastischer Phasen haben.

Während die Quarzgehalte der Schiefer von La Cabrera nie über 30 % liegen, sind jene der Regionen El Caurel und Alto Bierzo oft über 30 %, hier sind aber die Feldspatanteile wesentlich geringer bzw. fehlen sie völlig. Interessant ist das Auftreten von Paragonit und Chloritoid in den Schiefern von El Caurel, da Paragonit für dieses Gebiet höhere Drücke während der Metamorphose anzeigt.

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