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Petrographische Beschreibung nach DIN EN 12407

Die petrographische Beschreibung umfasst die Feststellung des mineralogischen Aufbaus und des Gefüges und darauf basierend die Klassifikation eines Gesteins. Darüber hinaus sollten Merkmale wie Farbe, Fossilien und eine generelle Beschreibung der Homogenität getroffen werden.

Hierdurch können grundsätzliche Eigenschaften, beispielsweise die Verarbeitung oder das Langzeitverhalten, abgeschätzt werden. Um solche Aussagen treffen zu können, ist eine gewisse Erfahrung der untersuchenden Person notwendig.

Diese Beschreibung wird oft sehr nachlässig durchgeführt oder gar nicht vorgenommen. Ein Ergebnis ist die relativ willkürliche Bezeichnung von Gesteinen, wie man es sehr z.B. bei Kalksteinen beobachten kann, die oft als Marmor bezeichnet werden.

Die kann durchaus rechtliche Konsequenzen für den verarbeitenden oder handelnden Betrieb haben. Wird z.B. ein Marmor vom Kunden bestellt, so sind damit bewusst oder unbewusst gewisse Erwartungshaltungen hinsichtlich der Gesteinseigenschaften gebunden. Wird aber ein Kalkstein als Marmor verkauft und es kommt zu Schäden oder ungewollten Veränderungen am Gestein, kann dies der Kunde reklamieren.

Jeder ist daher gut beraten, eine exakte Gesteinsbezeichnung durchführen zu lassen.

Die Untersuchung selbst wird zuerst makroskopisch am Handstück vorgenommen. Anschließend wird eine mikroskopische Untersuchung an Dünnschliffen durchgeführt. Die Tabelle listet die zu beschreibenden Phänomene auf, die natürlich nur im Falle ihres Auftretens genannt und beschrieben werden müssen.

 

zu beschreibende Phänomene

Makroskopische Untersuchung

Mikroskopische Untersuchung

Farbe mit Farbbereichen am Handstück. Hierzu gibt es entsprechende Farbtafel, aber es kann auch individuell eingeschätzt werden.

Volumenanteil [%] der einzelnen Minerale. Hierzu kann man eine Schätzung oder Punktzählung vornehmen. Eine bessere Methode ist die quantitative Bildanalyse.

Korngefüge

Kornausbildung (isomorph, hypidiomorph, xenomorph)

Korngröße (fein- ,mittel- , grobkörnig oder pelitisch, psammitisch, schluffig...)

Kornmaße (Länge, Breite ...) und hierzu grundsätzliche statistische Angaben wie Mittelwert und Standardabweichung. Bei klastischen Gesteinen Grad der Sortierung.

offene oder verheilte Risse, Löcher oder Poren

Kornform (tafelig, gestreckt...) und Korngrenzen (gerade, gezähnt...)

Verwitterungserscheinungen ( Sulfid, Karbonat)

Verteilung (homogen, inhomogen, Nester, Lagen) und Orientierung (straffe Einregelung, richtungslos...)

Fossilien

Verwitterungsanzeichen

Dunkle Einschlüsse

Risse (verheilt, offen, Länge, Breite, Orientierung...)

 

Poren (Größe, Form, Füllung). Hierzu eignet sich die bildanalystische Bestimmung.

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