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Die Schiefervorkommen der Varisziden

Die variszischen Schieferlagerstätten befinden sich hauptsächlich innerhalb altpaläozoischer Einheiten. Die Tabelle gibt einen geographischen und stratigraphischen Überblick über die wichtigsten Schiefervorkommen, die in gesonderten Kapiteln näher beschrieben werden.

 

Lokalität Stratigraphie
Portougal: Porto/Valongo Ordovizium
SPANIEN:
A Terra Cha Unterkambrium ("Candana Serie")
Monte Rande, Los Oscos, Alto Bierzo, El Caurel Mittleres Ordovizium ("Luarca Formation")
Valdeorras, La Cabrera Mittel- bis Oberes Ordovizium
("Luarca Formation"/"Argüeira Formation"/
"Rozadais Formation")
Aliste Mittel- bis Oberes Ordovizium (unsicher)
Bernardos Obere Präkambrium bis Unterkambrium (Phyllite)
Villar del Rey Unteres Ordovizium bis Mitteldevon
FRANKREICH
Anger Mittleres Ordovizium ("schistes de Anger")
Maël Carhaix Unter-Karbon (Kulm, "Formation des schistes de Châteaulin")
Cornwall
Devon ("Tredorn slates")
Martelange (Luxem., Belgien) Unter-Devon
DEUTSCHLAND:
Hunsrück Unter-Devon
Eifel (Mosel) Unter-Devon ("Mayener Schieferfolgen")
Sauerland Mittel-Devon ("Fredeburger Schichten", "Asten Schichten", "Flinzschichten")
Thüringen Unter-Karbon ("Lehestener Schichten-Kulm")
Sachsen Unteres-Ordovizium
TSCHECHISCHE REPUBLIK
Nizny Jesinek (Niederes Gesenke) Ober-Devon bis Unter Karbon (Andelskohorkse- ,Moravske- und Hradecke Schichten)
Die wichtigsten variszischen Schieferlagerstätten und deren stratigraphische Stellung

 

Die Gliederung der Varisziden sowie Position der Schiefervorkommen

Die europäischen Schieferlagerstätten konzentrieren sich auf bestimmte Zonen des Variszikums. So befinden sich die Schiefer von Sachsen und Thüringen in der Saxothuringischen Zone und in deren Fortsetzung, in der Lusitanisch Alcudischen - sowie Ossa Morena Zone, liegen die Schiefer von Villar del Rey.

Die bedeutendsten Schieferregionen findet man in der Westasturisch-Leonesischen Zone und Galizisch-Kastilischen Zone ; erstere bildet mit ihren altpaläozoischen Schiefern teilweise das Gegenstück zur Saxothuringischen Zone (Schönenberg & Neugebauer 1987). Innerhalb der Rhenoherzynischen Zone findet man die Schiefer von Hunsrück, Mosel sowie Sauerland. Weiter im Moravo-Silesikum, innerhalb des Nizky Jesinek" (Niederes Gesenke"), befinden sich um Olomouc (Olmütz) die mährischen Schiefer.

 

Bogenschnittformate

Schieferprovinzen innerhalb der Varisziden Europas. Die walisischen Schiefer liegen außerhalb der Varisziden (zum Vergrößern anklicken).

 

Die französischen Schieferlagerstätten Maël-Carhaix und Anger befinden sich innerhalb des Armorikanischen Massivs in der Nord- und Zentral-Armorikanische Zone. Generell werden beide Zonen als Fortsetzung des Saxothuringikums betrachtet, wobei die Süd-Armorikanische Zone mit dem Moldanubikum korrespondiert. Wiederum ist die geologische Entwicklung der Nord- und Zentral-Armorikanische Zone nicht mit der des Saxothuringikums vergleichbar. So unterscheidet sich z. B. das Schelf Environment des armorikanischen Ordoviziums komplett von der Tiefwasser Fazies der ordovizischen Schiefer des Saxothuringikums (Pique et al., 1994). Daher wird heutzutage davon ausgegangen, daß das Saxothuringikum westwärts unter dem Pariser Becken entlang der Bray Störung ausläuft (Lefort et al., 1994)

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