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Die Schiefervorkommen von Maël-Carhaix

Die Gewinnung von Dachschiefer im Gebiet des Beckens von Châteaulin-Carhaix ist seit dem 17. und 18. Jh urkundlich belegt.

 

 

Die Schieferregion wird in zwei Schieferareale gegliedert (vgl. Siehe Lage der wichtigsten Schiefergruben im Gebiet von Maël-Carhaix (siehe Profile unten):

  • nördlicher Teil: die Gruppe von Maël-Carhaix, Locarn, Trébrivan, Plounévézel

  • südlicher Teil: eine Reihe von Abbaupunkten von geringerer Bedeutung bei Moustoir

 

Lage der wichtigsten Schiefergruben von Maël Carhaix (zum Vergrößern anklicken).

 

Das Unter-Karbon in dem Gebiet von Maël-Carhaix besteht aus Konglomeraten und dunkelgrauen phyllitischen Schiefern des Unter-Vise, die von einer Grauwacken-Schiefer Serie Ober-Vise bis unterstes Namur überlagert werden. Die Dachschiefer von Maël-Carhaix befinden sich in dieser überlagernden Serie, in der Formation des 'schistes de Châteaulin', die durch eine Grauwacken-Schiefer Wechsellagerung gekennzeichnet ist.

Das Châteaulin-Becken öffnete sich aufgrund dextraler Bewegung entlang der Nord-Armorikanischen Scherzone (NASZ), wobei als Öffnungsmechanismus von einem lateral ramp Graben ausgegangen wird. Innerhalb des Chateaulin-Beckens treten Olistolithe und Olistostrome auf, die auf gravitative Tektonik während des Tourne zurückgeführt werden.

Während des Ober-Vise und Unter-Namur kam es zur Beckenfüllung, der sich neue orogene Prozesse von Namur bis Westphal anschlossen. Sie führten zur Schließung und Aufwölbung der Becken aufgrund von Reaktivierungen von dextralen Wrench Faults. Verbunden war dies mit der Faltung der Dinant Einheiten in E-W streichende Falten sowie N-vergenten Überschiebungen und epizonalen bis anchimetamorphen Metamorphosegraden.

 

Querprofile durch die Schieferregion von Maël Carhaix (zum Vergrößern anklicken).

 

Diese Faltung war mit der Ausbildung einer Transversalschieferung S1 verbunden, die teilweise von einer zweiten Crenulationsfoliation S2 überprägt worden ist (Siehe Querprofile durch die Schieferregionen von Maël-Carhaix. ). Entsprechend der Geologischen Karte exisitiert in den Abbaupunkten ausschließlich die Transversalschieferung.

Aufgrund der unterschiedlichen Gefügeausbildung und mineralogischen Zusammensetzung wird in für Dachschiefer geeignete und ungeeignete Schiefer unterschieden (vgl. Tabelle).

 

Typ Beschreibung
geeignet für Dachschiefer - feinkörnige, dunkelgrau und gut spaltbare Schiefer
- unter dem Mikroskop sind gut orientierte Muskovitblättchen und authigener Chlorit zu beobachten
- Fließschieferung S1 mit 10-60 µm großen Quarzkörnchen, die parallel zur Schieferung eingeregelt sind
- Detritus von Albit
- detritischer Biotit ist vollkommen in Chlorit und Muskovit umgewandelt
- Karbonataggregate treten nur selten auf und Schwermineral sind durch detritischen Turmalin und authigenen Rutil vertreten

ungeeignet für Dachschiefer - ungünstiges Korngrößenspektrum, d.h. oft zu große Körner
- Quarzanteile entweder zu hoch oder zu gering bzw. kein Quarz
- hohe Karbonatanteile sowie Auftreten von Pyrit
- ungünstiges Gefügeausbildung

Merkmale der für Dachschiefer geeigneten bzw. ungeeigneten Schiefer von Maël Carhaix.

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