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Die Schiefervorkommen des Harzes

Die Dachschiefer des Harzes sind an den Wissenbacher Schiefern des Mitteldevons gebunden und wurden hauptsächlich im Oberharzer Devonsattel südwestlich von Goslar primär übertage gewonnen. Der Oberharzer Devonsattel wird aus devonischen Einheiten aufgebaut und zeigt generell einen nordwest-vergenten, erzgebirgisch streichenden Faltenbau. Der Deformationsstil ist durch Biegegleitfaltung mit anschließender Anlage einer Transversalschieferung gekennzeichnet. Die Schieferungsflächen wurden teilweise deformiert und dienten als Störungsflächen (Plessmann & Wunderlich, 1961 in: Mohr, 1993). Petrographisch handelt es sich beim Wissenbacher Schiefer um einen Tonschiefer mit einer gut ausgebildeten Transversalschieferung, die zur Bildung dünnspaltiger Dachschiefer führt. In einigen Partien erhöhen sich die sandigen Bestandteile und teilweise sind dünne Kalklagen sowie Kalkeinschaltungen in Form von Linsen zu beobachten. Die Farbgebung ist dunkel-blaugrau und Dächer in der Stadt Goslar belegen eine durchaus hohe Langlebigkeit des Schiefers.

 

Der Dachschieferbergbau begann im Harz sehr früh und hat wahrscheinlich seinen Anfang schon im 11 Jh genommen. Sicher belegt ist er seit dem Ende des 13 Jh. Neben der Verwendung als Bedachungsmaterial wurden sie auch für Bodenplatten, Tischplatten etc. abgebaut. Seit 1963 wurde der Schiefer nur zu Splitt und als Zuschlagstoff für die Zementindustrie verarbeitet, um 1975 völlig zum Erliegen zu kommen (Stoppel, 2002).

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