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Die Spaltbarkeit von Schiefer

Die Spaltbarkeit von Schiefer hängt nach bisherigem Kenntnisstand von mehreren Kriterien ab. In erster Linie ist die Ausbildung, d. h. die Morphologie der Schieferung maßgebend, die wiederum vom Korngrößenspektrum, der mineralogischen Zusammensetzung sowie dem Deformationsgrad bestimmt wird. Der Deformationsgrad äußert sich u. a. in der finiten Ellipsität Rf, die daher theoretisch als Kriterium zur Einschätzung der Spaltbarkeit herangezogen werden kann (Baum 1994; Vulpis 1993). Einen noch nicht näher untersuchten Einfluss hat der Gehalt an Kohlenstoff, der aufgrund seiner Translationseigenschaften die Spaltbarkeit unterstützt.

Baum (1994) beschreibt in seinen Untersuchungen, daß die Werte für die Glimmerlagendichte, den Strain und die Fluktuation zwischen mährischem und thüringischem Schiefer annähernd gleich sind, aber der mährische Schiefer ein viel gröberes Korngrößenspektrum und geringeren Kohlenstoffgehalt aufweist. Diese Unterschiede reflektieren sich in einer schlechteren Spaltbarkeit sowie einem rustikaleren Spaltbild des mährischen Schiefers. Weiterhin wird in seinen Untersuchungen erwähnt, dass, basierend auf Erfahrungswerten innerhalb der unterschiedlichen Thüringer Schiefer, sich mit zunehmenden Kohlenstoff und dessen Konzentration auf den S1-Flächen die Spaltbarkeit verbessert. Ein Extremum findet sich im Rußschiefer, der aufgrund der hohen Corg.-Gehalte leicht verwittert und daher als Dachschiefer nicht eingesetzt wird.

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