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Ausblühungen & Verfärbungen

Bei Schiefer ist nach der Verlegung mit Kratzern in der Oberfläche zu rechnen, die allerdings durch das Begehen wieder verschwinden. Somit erhält ein Schiefer erst nach einer gewissen Zeit sein typisches Bild, seine „persönliche Note“.
Treten Verfärbungen von Bodenbelägen aus Naturstein auf, so können sie mehrere Ursachen haben. Zum einen werden durch bestimmte gesteinsbildende Minerale Gesteinsfärbungen hervorgerufen; zum anderen kann es durch Fehler bei der Verlegung, sofern Karbonat vorhanden ist, zu sogenannten Ausblühungen kommen.
Weitere wichtige Faktoren sind Schmutzeintrag oder die Verwendung falscher Reinigungsmittel, die unerwünschte Verfärbungen oder Oberflächenveränderungen verursachen.

Schmutzeintrag

Zum Schmutzeintrag kommt es automatisch, da Personen verschiedenste Substanzen von außen hereintragen. Diese Substanzen können in Lösung gehen, durch kapillare Kräfte in das Gestein eindringen und nach dem Verdunsten Flecken hinterlassen.
Beispiele für Substanzen sind z. B. Salze durch Winterstreuung oder eisenhaltige Erde. Bei entsprechender Vorbehandlung des Bodenbelags können dauerhafte Verschmutzungen vermieden werden.

 

Verfärbungen durch Gesteinsminerale

Bei einer geowissenschaftlichen Untersuchung können schon im voraus Aussagen über die Existenz von verfärbenden Mineralen getroffen werden. Daher ist man eher gut beraten, sich neben dem Muster und den gesteinstechnischen Kennwerten eine mineralogische Analyse geben zu lassen, aus der die Unbedenklichkeit hervorgeht.
Der natürlichen Verwitterung ist jedes Gestein sowohl im Innen- als auch Außenbereich ausgesetzt. Hinzu kommen noch Reinigungsmittel und Belagsunterbau, die bestimmte Minerale angreifen können.
Bei Tonschiefer können zwei Mineralgruppen auftreten, die zu einer Färbung führen können.

Karbonate:

Bei höheren Karbonatgehalten kann es zum Aufrauhen und somit zu einer Mattigkeit der Gesteinsoberfläche kommen. Dieser Prozeß kann in schlimmeren Fällen zu einer Gefügelockerung oder zum Zerfall des Schiefers führen.

Das Schema soll dies verdeutlichen: Im frischen Gestein sind die Karbonate eingebunden. Im zweiten Bild sind die Karbonatminerale angegriffen und die Oberfläche kann weißlich matt erscheinen.
Das letzte Bild zeigt, wie Karbonate aufgelöst und abtransportiert werden. In diesem Stadium kann die Festigkeit des Gesteins derart gering sein, daß es für die Verwendung z. B. als Bodenplatte nicht mehr geeignet ist.

Der Gehalt an Karbonatmineralen ist in umweltbelastenden Regionen, besonders bei saurem Regen relevant.
Auch muß man beachten, daß es zu Reaktionen mit dem Belagsunterbau kommen kann, wenn dieser unsachgemäß ausgeführt worden ist.

Eisensulfide:

Die verschiedenen Eisensulfide können unterschiedlich schnell mit der Umgebung reagieren. Tonschiefer besitzt ein außerordentlich dichtes Gefüge, so daß Wasser nicht so schnell wie z. B. bei bestimmten Sandsteinen eindringt. Ein Herauslösen von Eisensulfiden ist daher unwahrscheinlich.

 

Verfärbung durch Eisensulfide
(zum Vergrößern anklicken)


Das obige Schema zeigt weiterhin, daß Eisensulfide unterschiedlich im Gestein auftreten können. Oft haben Eisensulfide Quarzsäume, die sie vollständig von der Verwitterung abkapseln. Im Grunde können nur die an der Oberfläche befindlichen Eisensulfide Braunfärbungen verursachen:

Eisensulfid + Wasser = Eisenhydroxid
FeS + H2O = Fe O OH

 

Verfärbung durch Belagsunterbau In vielen Fällen von Verfärbungen ist das unsachgemäße Verarbeiten des Unterbaus die Ursache. Man sollte daher gerade die Austrockenzeiten beachten und die Auswahl des Klebe- sowie Fugenmörtels bedenken.

 

Verfärbungen durch Untergrund

Im Mörtelbett kann Hydrogenkarbonat vorkommen, welches durch Wasser und Kapillarkräfte nach oben steigt. An der Oberfläche führt die Verdunstung das Wasser ab und zurück bleiben Karbonatausblühungen, die das Aussehen eines Natursteins beeinträchtigen können.

 

Ausblühungen durch Untergrund
(zum Vergrößern anklicken)

 

Auch bei sorgfältiger handwerklicher Ausführung können Kalkausblühungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Trotzdem sind diese Phänomene zumindest reduzierbar, indem man kalkarme Mörtel verwendet. Diese bestehen aus Trasszement und speziellen Zusatzstoffen und binden freies Kalziumhydroxid.

Achtung: Trasszement kann 40-70 % freies Kalziumhydroxid binden, es besteht also hier ein Restrisiko.

Mancherorts kann man Verfärbungen an den Rändern der Fliesen beobachten. Diese Verfärbungen stammen erfahrungsgemäß von der Verwendung elastischer Dichtstoffe, die Weich-macheröle enthalten. Vermieden werden können solche Mängel durch den Gebrauch von Naturstein-Silikonen.

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