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Altdeutsche Deckung

Für die Altdeutsche Deckung können Decksteine mit normalem, scharfem sowie stumpfem Hieb verwendet werden (Prinzipskizze unten). Die Decksteine sind mit hängender Ferse und Fersenversatz zu verdecken. Die Deckung muß mit Decksteinen ausgeführt werden die deutliche Unterschiede in Höhe und Breite aufweisen. Begonnen wird die Altdeutsche Deckung an der Traufe mit den größten und nach der Höhe sortierten (gattierten) Decksteinen. Zur First hin muß die Höhe der Decksteine deutlich kleiner werden. Damit wird eine Verjüngung zur First erreicht, d. h. die sichtbare Höhe wird kleiner. In Abhängigkeit von der Sparrenlänge muß eine stufenlose Abnahme der Gebindehöhe innerhalb der fertig gedeckten Dachfläche entsprechend folgender Tabelle erreicht werden:

 

Sparrenlänge
[m]
Mindestdifferenz zwischen der kleinsten und größten Gebindehöhe Mindestanzahl der zu verwendenden benachbarten Sortierung
kleiner gleich 6 m 4 cm 1
kleiner gleich 8 m 6 cm 2
> 8 cm 6 cm 2 - 3

 

Dabei sind die unterschiedlichen Steinbreiten innerhalb der Gebindehöhe zu verteilen.
Die Differenz von der schmalsten zur breitesten sichtbaren Steinbreite der Decksteine muß im Bereich eines Deckgebindes mindestens 4 cm betragen, und zwar unabhängig von der Sparrenlänge. Unterschritten werden können die Maße nur bei kleineren Dachflächen.

Übersetzungen von einem breiten auf zwei schmale Decksteine oder von zwei schmalen auf einen breiten Deckstein sind erlaubt.

Während die Deckung von links nach rechts Rechtsdeckung heißt, steht die Linksdeckung für eine Deckung von rechts nach links. Dabei kann die Wahl der Deckrichtung von der Hauptwetterrichtung und von der Deckrichtung der Kehle abhängen.

Die Mindesthöhenüberdeckung beträgt 29% der Steinhöhe des Decksteins. Bei Steinhöhen ¾ 17 cm mindestens 5 cm. In der Tabelle sind die Mindestseitenüberdeckungen entsprechend des Hiebes aufgelistet.

 

Hiebform Mindestseitenüberdeckung
normaler Hieb 29 % der Steinhöhe
scharfer Hieb 38 % der Steinhöhe
stumpfer Hieb 29 % der Steinhöhe
Da die 29 % durch die Hiebform nicht unbedingt erreicht wird,
muß der Fersenversatz entsprechend vergrößert werden.

 

Die Befestigung der Decksteine erfolgt bei einer Steinhöhe von > 24 cm mit mindestens 3 Schiefernägeln oder -stiften.
Bei Steinhöhen < 24 cm müssen mindestens 2 Schiefernägel oder -stifte zur Befestigung verwendet werden.
Die Altdeutsche Deckung ist auf Schalung mit Gebindesteigung durchzuführen. Dabei ist die Gebindesteigung abhängig von der Dachneigung: je geringer die Dachneigung ist, desto steiler ist die Gebindesteigung und umgekehrt.
In der folgenden Tabelle sind die Höhen und Breiten entsprechend der Sortierung sowie die dazugehörige geeignete Dachneigung aufgelistet:

 

Sortierung Höhe
[cm]
Breite
[cm]
geeignete Dachneigung
1 / 1 50 - 40 42 - 32 nur Doppeldeckung
1 / 2 42 - 36 38 - 28 22° - 30°
1 / 4 38 - 32 34 - 25 25° - 35°
1 / 8 34 - 28 30 - 23 30° - 40°
1 / 12 30 - 24 26 - 20 35° - 50°
1 / 16 26 - 20 22 - 17 40° - 60°
1 / 32 22 - 16 18 - 13 50° - 90°
1 / 64 18 - 12 16 - 11 60° - 90°

 

Mengenermittlung

Einheit Bedarf kg / qm Einheit Bedarf kg / qm
normaler Hieb ca. 31 - 33 Ortstein (roh) ca. 11 - 13
scharfer Hieb ca. 36 - 38 Kehlstein (roh) ca. 25 - 30
stumpfer Hieb ca. 31 - 33 Fußstein (roh) ca. 5 - 7
Doppeldeckung ca. 45 - 47 First (roh) ca. 12 - 15

 

Bei sämtlichen genannten Mengenangaben handelt es sich um Richtwerte. Ferner sind bei der Verarbeitung von Schiefer 5 % Bruch und Verhau einzukalkulieren.

 

 

Bilder

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  • Abb. 1.: Altdeutsche Deckung mit Thüringer Schiefer im Thüringer Hieb
    (Pfarrhaus in Satzung im Erzgebirge)

  • ornament_1.jpg

    Abb. 2.: Altdeutsche Deckung mit Thüringer Schiefer (Detail)
    (gleiches Objekt)

  • Abb. 3.: Altdeutsche Deckung - Deckbild
    (gleiches Objekt)

  • Abb. 4.: Altdeutsche Deckung - Deckbild Thüringer Schiefer/Thüringer Hieb
    (Lausitz)

  • Abb. 5.: Unterschiede Schieferplatten im jeweiligen Hieb und
    Bezeichnung einer Schieferplatte

  • Abb. 6.: Prinzipzeichnung für Rechtsdeckung

  • Abb. 7.: Prinzipzeichnung für Linksdeckung

  • Abb. 8.: Deckbild Altdeutsche Deckung im Rheinischen Hieb

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